Georgien: Abbi im Kaukasus

Georgien: Abbi im Kaukasus

Die ehemalige Sowjetrepublik Georgien bietet viele Überraschungen. Abbi hat Land und Leute beruflich und privat kennengelernt.

Als Abbi nach dreiwöchigem Georgienaufenthalt in Frankfurt landet, tut er dies nicht ohne Gedanken an die neuen Freunde und das tolle Land, das er hinter sich lässt. Obwohl er beruflich in Georgien war – er programmierte eine Webpräsenz für eine Naturschutzorganisation – hatte er doch auch genügend Gelegenheiten, sich die ehemalige Sowjetrepublik anzuschauen.

Tiflis bietet manche Überraschung

Die quirlige Hauptstadt hat für fast die Hälfte der Bevölkerung Platz.

Nette Bars und Restaurants im internationalen Stil finden sich im gesamten Stadtgebiet: Beliebt ist der German Butcher für seine Sauerkraut- und Würstchenküche. Doch gerade die einheimischen Gastronomien haben manche unbekannte Köstlichkeit auf Lager. Tipp: Eine mit zerhackten Mandeln gefüllte Aubergine.

Das alles täuscht kaum über die Armut der Stadt hinweg. Die Straßen hier sind besser als anderswo, doch nirgends betteln mehr Menschen. Abchasische Flüchtlinge leben in den Vororten in teilweise erbärmlicher Situation.

Jesse, Mano und Thea

Jesse war für Abbi Reiseführer, Mitarbeiter beim WWF und Freund. Hier deutet er auf sein Georgien.

Neben ihm seine Frau Mano, die ihr erstes Kind erwartete. Die Georgier heiraten für europäische Verhältnisse früh und auch der Kinderwunsch erfüllt sich oftmals in jungen Jahren.

Thea lebt zwar eigentlich in Schweden, aber sie lässt es sich nicht nehmen, ihr Heimatland so oft wie möglich zu besuchen, der Mentalität wegen, wie sie sagt.

Ebbes erschreckt Mano

Während Abbi sich auf dem Balkon des WWF-Gästehauses in Kazbegi sonnt, geschieht Unerwartetes.

Kurz bevor Mano eine Kaugummiblase platzen lässt und damit einen lauten Knall erzeugt, lauert ihr schon der nächste Schrecken auf:

Abbis Geschäftspartner und Mitreisender Ebbes schleicht sich an die Nichtsahnende heran.

Geheimnisvolle Köpfe

Man muss schon genauer hinsehen: Nahe eines Kaukasusdorfes starrt Abbi eine Reihe geheimnisvoller Köpfe in einer Weise an, die einen eher an die Osterinsel denken lässt, als an Nordgeorgien.

Doch weder vergessene Religionen, noch Außerirdische sind hier im Spiel:

Ein Künstler aus der Umgebung hat die Köpfe auf einem Feld verteilt.

Die kaukasische Seele

Die Italiener des Ostblocks wurden Sie zur Zeit des Kalten Kriegs bezeichnet. Und tatsächlich endeckt man bei vielen Georgiern eine Lebensart, die an Südländer erinnert.

Als ich einen Georgier mit diesem Vergleich konfrontiere, wehrt dieser ab und meint scherzhaft: »Die Italiener sind die Georgier des Westens, nicht umgekehrt«.

Hier tritt der Nationalstolz zutage, der die eigene Kultur von der Kultur der Nachbarländer, mit denen Georgien immer Kriege führte und unter denen sich die Fremdherrschaft abwechselte, abgrenzen will.

Zwar ist es momentan relativ ruhig im Land, doch die Resignation nach den Kämpfen im Nordwesten ist deutlich spürbar: Die Menschen sind müde und das Land versucht langsam zur Normalität zurückzukehren.

Europa oder Asien?

Fernab der Hitze der Metropole Tiflis, die sich während Abbis Aufenthalt auf bis zu 45 Grad aufgeheizt hat, liegt dieses kaukasische Tal.

Die einen nehmen ein Sonnenbad, andere zieht es in den kalten Gebirgsbach. Doch vorher entstand diese Aufnahme.

Unweit dieser Stelle liegt Europas angeblich höchstgelegenes Dorf. Georgien liegt zwar größtenteils in Asien, doch sieht es sich wegen seiner politischen und kulturellen Bindungen als Balkon Europas.

An der Grenze zum Krieg

Die einzige Straße Mittelgeorgiens nach Russland führt durch Kazbegi (Kasbegi). Sie ist in schlechtem Zustand und stammt teilweise noch aus Zeiten deutscher Zwangsarbeit.

Erzählt man Westeuropäern von einer Georgienreise, so wird man unweigerlich auch auf Tschetschenien angesprochen. Georgien grenzt daran, doch in die Kämpfe war es aktiv nie verwickelt. Nicht schuldlos daran ist das Kaukasusgebirge, das wie eine Mauer zwischen den Ländern liegt.

Und trotzdem: Europäer verirrten sich seit Beginn des Konflikts seltener in die Skigebiete des Landes, das aufgrund seiner schlechten wirtschaftlichen Lage dringend auf Touristen angewiesen ist.

Verweise